Termin für WS 2015/16

Hier findet ihr die doodle-Umfrage zwecks Terminfindung für das kommende autonome Seminar zum zweiten Band des Kapital von Karl Marx.

Wichtig: Es handelt sich um ein Fortsetzungsseminar. Im vergangenen Semester haben wir bereits die ersten neun Kapitel gemeinsam besprochen, weshalb ein Einstieg ganz ohne Vorkenntnis wenig sinnvoll ist.

Raumänderung

Das Seminar findet nicht, wie zunächst angekündigt, im Kollegienhaus in Raum 2.018 statt, sondern in der Bismarckstraße 1 in Raum A 602.

Autonomes Seminar 2015: Kritik der politischen Ökonomie

Nachdem in den vergangenen beiden Semestern Lehrveranstaltungen an der FAU Erlangen-Nürnberg zum ersten Band von Karl Marx „Kapital“ stattgefunden haben, wollen wir im kommenden Semester die Lektüre in einem autonomen Seminar mit dem zweiten Band fortsetzen. Wir werden die ersten beiden Abschnitte („Die Metamorphosen des Kapitals“ und „Der Umschlag des Kapitals“) lesen. Den dritten Abschnitt, die sogenannten Reproduktionsschemata, würden wir bei Interesse zum Thema eines möglichen Fortsetzungsseminars machen.
Natürlich sind alle Interessierten, auch wenn sie nicht an den Lehrveranstaltungen zum ersten Band teilgenommen haben, herzlich eingeladen. Ganz ohne Vorkenntnis macht eine Teilnahme allerdings wenig Sinn.
Das Seminar findet jeden Freitag von 14.15 Uhr bis 15.45 in Raum A 602 (Bismarckstraße 1) statt. Die erste Sitzung ist am 17.4. ECTS-Punkte können nicht erworben werden.

Hier gibt es den zweiten Band des Kapitals in der MEW-Ausgabe online zu lesen.
Hier findet ihr den Seminarplan.

Autonomes Seminar 12/13: Geschlechterverhältnis und Kapitalismus

Autonomes Seminar: Geschlechterverhältnis und Kapitalismus

Lektüreseminar zu Roswitha Scholz „Das Geschlecht des Kapitalismus“

Nachdem wir uns im „Autonomen Seminar“ letztes Semester mit der feministischen Kritik an der Psychoanalyse beschäftigt haben, wollen wir uns dieses Semester mit feministischer Gesellschaftskritik auseinandersetzen. Zu diesem Zweck wollen wir das Buch „Das Geschlecht des Kapitalismus“ von Roswitha Scholz lesen und gemeinsam diskutieren.

Begriffe wie „Gesellschaft“ oder „Kapitalismus“ waren in der feministischen Debatte der letzten zwanzig Jahre wenig präsent. Die Hegemonie poststrukturalistischer Ansätze nach dem „cultural turn“ brachte es mit sich, dass Theorien mit umfassenderem Erklärungsanspruch zurückgewiesen und Bezüge auf die Produktionsverhältnisse als „Ökonomismus“ und „Objektivismus“ abgetan wurden. Stattdessen wurde das Geschlechterverhältnis ausschließlich auf einer kulturellen Ebene verortet. Bei Judith Butler etwa, die mit ihren Schriften einen bedeutenden Einfluss auf den neueren (Post-)Feminismus hatte, reduziert sich das Geschlechterverhältnis auf eine heterosexuelle symbolische Matrix, die Geschlechternormen setzt, welche im alltäglichen Handeln performativ reproduziert werden. Die Gegenstrategie besteht folglich darin, diese festgefügten Geschlechtsidentitäten theoretisch wie praktisch zu dekonstruieren.

In den letzten Jahren wurde im Zuge globaler Krisenprozesse jedoch zunehmend deutlich, dass das patriarchale Geschlechterverhältnis mehr ist als ein Diskursprodukt, das sich beliebig uminterpretieren lässt. Sein objektiver Zwang zeigt sich etwa darin, dass auch lohnarbeitende Frauen trotz scheinbarer Emanzipation von traditionellen Zuschreibungen nach wie vor den Großteil der häuslichen Tätigkeiten verrichten müssen.

Um diesen Umständen in kritischer Absicht gerecht zu werden, versucht Roswitha Scholz in ihrem Buch „Das Geschlecht des Kapitalismus“ (2011, 2. Auflage) das Geschlechterverhältnis auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene zu thematisieren. Im Zentrum ihrer Argumentation steht der Begriff der geschlechtlichen Abspaltung, der besagt, dass alle Tätigkeiten, die sich nicht nach den Kriterien kapitalistischer Rationalität organisieren lassen, als „weiblich“ definiert, abgewertet und den Frauen zugewiesen werden. Darauf aufbauend und in Auseinandersetzung mit anderen feministischen Gesellschaftstheoretikerinnen (u.a. Becker-Schmidt, Haug) entwickelt Scholz im ersten Teil des Buches einen kritischen Begriff von Gesellschaft als in sich gebrochene Einheit der „männlich“ konnotierten ökonomischen und politischen Vergesellschaftungsformen einerseits und der abgespaltenen, als „weiblich“ definierten Tätigkeiten andererseits. Im zweiten Teil des Buches wird der Frage nachgegangen, wie sich das Geschlechterverhältnis angesichts neuer postfordistischer Arbeitsverhältnisse und weltweiter Globalisierungs- und Krisenprozesse verändert. Scholz zeigt, dass die neuen (auch vom poststrukturalistsichen Feminismus propagierten) hybriden Identitäten erstaunlich gut zu den Flexibilitätsimperativen des postfordistischen Krisenkapitalismus passen und dass mit dem Aufweichen der klassischen Geschlechtervorstellungen das Patriarchat keineswegs verschwindet.

Das Seminar findet jeden Dienstag von 18:15 – 19:45 Uhr in Raum A 402 (A-Turm beim Audimax) statt.
Die erste Sitzung ist am 23.10. Es können keine Scheine/ECTS-Punkte erworben werden.

Autonomes Seminar Sommersemester 2012

Autonomes Seminar 2012

Zum Thema:
Einführung in die Psychoanalyse unter geschlechtsspezifischem Gesichtspunkt

Wie in den letzten beiden Semestern findet auch im Sommersemester 2012 ein Autonomes Seminar statt, diesmal zum Thema „Einführung in die Psychoanalyse unter geschlechtsspezifischem Gesichtspunkt“.
Nach einem einleitenden Text von Theodor W. Adorno zur Relevanz der Psychoanalyse für kritische Gesellschaftstheorie werden wir einige Originaltexte von Sigmund Freud lesen. Dabei soll eine Einführung in Grundlagen der Psychoanalyse geleistet werden, anhand derer mit einigen Kapiteln des Buches „Expeditionen in den dunklen Kontinent“ von Christa-Rhode-Dachser ein Augenmerk auf Freuds implizite wie explizite Weiblichkeitsentwürfe gelegt wird und diese kritisch überprüft sowie diskutiert werden.

Wann? Immer dienstags von 18:00 bis 20:00

Wo? Institut für Soziologie (Kochstraße 4, 5. Stock); Raum 5.013

Beginn: Dienstag, 24. April 2012, 18:00

Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. Scheine können keine erworben werden. An dem Seminar können alle InteressentInnen teilnehmen.

Seminarplan

Seminarplan

Es gab einige Verwirrungen hinsichtlich des Seminarplans. Jetzt sollte er stimmen.
http://autonomesseminar.blogsport.de/seminarplan

nächste Sitzung: Simmel – Verschiebung des Seminarplans!

Wir haben beschlossen, nächste Sitzung (20. Dezember) den Simmel-Text weiter zu besprechen. Damit verschiebt sich der Seminarplan um jeweils eine Sitzung nach hinten. Nächstes Jahr beginnen wir dann also mit dem Rolf Pohl.

Sitzung am 6. Dezember

Die Sitzung am 6. Dezember findet wie gewohnt statt und wir werden uns weiterhin Moishe Postone „Nationalsozialismus und Antisemitismus“ widmen.

Kritik des Antisemitismus

Dieses Semester (WS 11/12) wollen wir uns im Autonomen Seminar der Thematik „Kritik des Antisemitismus“ widmen.

Dienstags, 18:00 – 19:30
Raum 00.4, PSG, Hindenburgstraße

Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2003 neigen 23 % der Deutschen zu offen antisemitischen Meinungen. 28 % meinen, die Juden hätten zu viel Einfluss in der Welt, 36 % sind der Auffassung, die Juden zögen aus der Massenvernichtung Vorteile und 61 % finden, man solle endlich einen Schlussstrich unter die deutsche „Vergangenheit“ ziehen.
Dass die Notwendigkeit radikaler Kritik des Antisemitismus nach wie vor gegeben ist, zeigen jedoch nicht nur die Ergebnisse derartiger empirischer Untersuchungen. Der Antisemitismus, wesentlich ein gesellschaftlich Unbewusstes, scheint hier und da, in dieser oder jener Debatte auf, äußert sich jedoch selten direkt und unmittelbar als der Judenhass, der er ist. Wenn die bundesdeutsche Öffentlichkeit Michel Friedman als „schmierig“, „lüstern“ oder „pervers“ sich imaginiert oder aber der sozialdemokratische Chefgenetiker Thilo Sarrazin bewundernd von der hohen Intelligenz der Juden zu berichten weiß; wenn aber auch der allseits beliebte Kabarettist Georg Schramm vor Stuttgart 21-GegnerInnen von den „Geldverleihern“ erzählt, die einem „dreckigen Handwerk“ nachgingen, welches ein „ehrbarer Christ gar nicht ausüben wollte“ und an deren „Fäden weltweit das marode System zappelt“, dann kommt hier nur die Spitze des Eisbergs antisemitischer Ressentiments und Projektionen zum Vorschein, natürlich selten ohne das obligatorische „Ich bin kein Antisemit, aber…“.
Es handelt sich also beim Hass auf die Juden um ein tief in der bürgerlichen Gesellschaft verwurzeltes Syndrom, das sich sowohl als ökonomisch-sexualpathologische Projektion im „klassischen“ Antisemitismus, als auch in staatsfetischistischer Form als „Antizionismus“ darzustellen vermag. Dieses Phänomen entspringt – auf Bildern und Motiven des christlichen Antijudaismus aufbauend – der warenproduzierenden Gesellschaft, stellt jedoch zugleich eines ihrer konstitutiven Momente dar. Somit ist dem antisemitischen Wahn auch nicht beizukommen, indem man ihn als bloßes Vorurteil bekämpft. Und das schon gar nicht nach Auschwitz, welches selbst zum Motiv eines sekundären Antisemitismus geworden ist, den die Band „Bonfire“ auf einem Konzert in ihrer Ansprache zum Song „I want to be proud of my country“ in seltener Offenheit zum Ausdruck bringt: „Vielleicht begebe ich mich jetzt auf ein Glatteis. […] Aber ich glaube trotzdem, dass mit unserer Vergangenheit, der Vergangenheit Deutschlands und Juden, immer noch sehr viel Geld gemacht wird.“
Im autonomen Seminar des Wintersemesters 2011/2012 sollen einige gesellschafts-theoretische Ansätze einer Kritik des Antisemitismus vorgestellt werden. Begonnen wird mit Horkheimers und Adornos Text „Elemente des Antisemitismus“ aus der Dialektik der Aufklärung, der thesenhaft versucht, die Ursprünge des Antisemitismus in ihren einzelnen Facetten herauszuarbeiten. Eine Sitzung wird Detlev Claussens Text „Grenzen der Aufklärung“ in Anspruch nehmen, der sich vornimmt, die Ausführungen Horkheimers und Adornos historisch zu konkretisieren. Im weiteren Verlauf des Seminars wird mit Ernst Simmel und Rolf Pohl gesondert auf psychoanalytische Ansätze der Antisemitismusforschung eingegangen. Mit Moishe Postones Text „Nationalsozialismus und Antisemitismus“ soll zudem ein wichtiger materialistischer Argumentationsstrang der Antisemitismus-Kritik mit Bezug auf Karl Marx vorgestellt werden. Außerdem wird sich eine Sitzung der Frage nach dem Zusammenhang von Antisemitismus und Geschlecht widmen. Zuletzt soll in zwei Sitzungen auf die mit dem Antisemitismus eng verwandten und mit ihm verschränkten Phänomene des Antizionismus und des Antiziganismus hingewiesen werden, denen wir hoffentlich in künftigen Semestern jeweils eigene Seminare widmen können.
Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. Scheine können keine erworben werden. An dem Seminar können alle InteressentInnen teilnehmen.

wie soll es weitergehen?

Themenvorschläge für weitere autonome Seminare:

Postkoloniale Theorie
Rassismus
Kritische Weißsseinsforschung

Macht, Interessen und Herrschaft

Identitätskonzepte/Identität(-skonstruktionen)
Raumkonstruktion

Marx – Grundbegriffe

(Post-)Operaismus

Rolle von Militär in (post-)modernen Gesellschaften

weitere Themenvorschläge gerne per Mail oder als Kommentar!